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Ich bin neu hier, und du so?

Wie Sport hilft, aus der neuen Stadt ein neues Zuhause zu machen.


Bild: Alexandra Kirr on Unsplash

Umziehen macht glücklich, oder?

“Wer ständig glücklich sein will, muss sich oft verändern” wusste schon Konfuzius. Und wir Deutschen geben uns alle Mühe, glücklich zu sein. Zumindest, wenn man als Maßstab hierfür die räumliche Veränderung betrachtet: Jedes Jahr ziehen sage und schreibe 9 Millionen Deutsche um - das sind mehr Menschen, als die Schweiz Einwohner hat. Die durchschnittliche deutsche Frau zieht 4,6 Mal in ihrem Leben um, der durchschnittliche deutsche Mann 4,4 Mal. Und warum machen wir das?

Statistiken zeigen, dass 43 % aller Umzüge “für die Liebe” passieren und  21 % aus Job Gründen. Wir wollen glücklich in unserer Beziehung und in unserem Job sein und nehmen dafür einen Umzug mit all seinen Beschwerden gerne in Kauf. So weit, so gut. Angekommen in der neuen Stadt macht der Job Spaß, die Beziehung läuft gut, und doch ist da etwas nicht ganz in Ordnung… Wir ertappen uns -mit leicht schlechtem Gewissen, weil doch jetzt alles so ist, wie wir es haben wollten- bei dem Gefühl, uns nicht richtig wohl zu fühlen. Uns nicht Zuhause zu fühlen. Ab und zu sogar mit leichter Wehmut an unser altes Leben zurück zu denken. Und dann fragen wir uns - sind wir denn so schwer zufrieden zu stellen? 



Bild: Thought Catalog on Unsplash

Glücklich sein ist mehr als die harmonische Beziehung und der tolle Job.


Ganz so einfach ist das mit dem glücklich sein leider tatsächlich nicht. Der Schlüssel zum Glück ist laut Psychologen nämlich nicht nur eine regelmäßige Veränderung, sondern -und das hat Konfuzius nicht bedacht- auch Stabilität. Klingt erstmal schwierig unter einen Hut zu bringen, ist aber möglich, versprochen! 

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und brauchen unsere festen Konstanten. Kommen wir in ein neues Umfeld, fallen erst einmal viele dieser Konstanten weg- die immer gleiche geliebte Laufstrecke, das seit Jahren immer Montags stattfindende Volleyball Training und der sonntag morgendliche Brunch mit der besten Freundin. Ja, das ist traurig. Aber es ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Haben wir unsere missliche Lage einmal erkannt und analysiert, woher unsere Unzufriedenheit in der neuen Stadt kommt, liegt es an uns, wieder Konstanten in unser Leben zu bringen. Und zwar nur an uns- das wird kein anderer für uns übernehmen! Also ran da.


Eine konstante Sport Routine macht glücklich.

Dass Sport glücklich macht, ist natürlich keine neue Erkenntnis. Wir wissen, dass sportliche Aktivität sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene gut tut. Serotonin und Dopamin -zwei unserer körpereigenen Glücksdrogen- werden ausgeschüttet, Adrenalin und Cortisol -die Stressmacher des Körpers- werden abgebaut, die Gehirn-Durchblutung wird angeregt, wir können uns besser konzentrieren und fühlen uns einfach gut. All das wissen wir und haben es schon allzu oft am eigenen Körper erlebt, doch trotzdem ist es gerade in anstrengenden Phasen wie nach einem Umzug oft schwer, sich zum Sport aufzuraffen. Man setzt seine Prioritäten anders, möchte “erstmal ankommen”, sich im Job einleben, und und und. Und? Das ist genau das Falsche. Die positiven körperlichen Prozesse, die mit regelmäßigem Sport treiben einhergehen, helfen uns dabei, zufriedener zu sein und die große, neue Stadt mit mehr Gelassenheit wahr zu nehmen. Und den Stress aus dem neuen, noch unbekannten Alltag im neuen Job abzubauen. Also, rafft euch auf und kurbelt die Hormonausschüttung an.


Soziale Kontakte machen glücklich.

Es sind ja nicht nur die Hormone. Es ist auch der Kontakt zu neuen Leute, den wir brauchen. Denn man kann noch so viel Liebe von seinem Partner, wegen dem man umgezogen ist, bekommen, wenn er der einzige Mensch ist, der mit einem spricht. Und mit Sprechen meine ich kein “Kommt da noch was dazu?” an der Bäckertheke. Wir brauchen in regelmäßigen und nicht zu langen Abständen ehrlich gemeintes Interesse, gemeinsames Lachen und Gespräche, die uns neue Perspektiven eröffnen. Kurzum, wir brauchen Freunde. Jetzt denkt ihr, ja klar, wissen wir alles. Aber es ist einfach peinlich, nach neuen Freunden zu suchen, bei einem Meet Up zu sitzen und zu sagen “Ich bin neu hier. Und du so?”. Ich kann das verstehen, hab ich auch schon gemacht, fand ich auch peinlich. Oder, noch peinlicher- Tinder als Kennenlern-Plattform nutzen und dann beim Date sagen: “Eigentlich suche ich nur neue Kontakte...” Nein, beides keine brauchbaren Ansätze.

Bild: Nomadic Julien on Unsplash

Die Lösung ist meiner Meinung nach auch hier wieder (aha!) der liebe Sport. Schließt man sich beispielsweise einer Volleyballgruppe in lockerer Atmosphäre an, ergeben sich Gespräche plötzlich ganz von alleine. Sportler sind meist offen, man hat sofort ein gemeinsames Thema, oft wird nach dem Training noch etwas zusammen getrunken. Und schon hat man ein paar neue Leute kennengelernt, ganz ohne unangenehmen Small Talk. Und wenn es nett war und man wieder kommt, hat man -schwupps- schon wieder ein bisschen mehr Stabilität in sein Leben gebracht! 


Sport hilft dabei, in einer neuen Stadt so richtig anzukommen.

Wahrscheinlich denkt ihr euch inzwischen, worauf ich hinaus will. Ja, es ist einer dieser “Macht Sport!” Appelle. Aber es geht nicht immer darum, Sport zu machen, um die perfekte Figur zu haben oder den nächsten Wettkampf zu gewinnen.

Ganz unbemerkt hilft Sport auch bei solch lebenswichtigen Dingen, wie sich in einer neuen Stadt Zuhause zu fühlen. Es kostet zwar anfangs einige Überwindung, aber es werden euch alle danken: 

Eure neuen Kollegen, weil sie ein ausgeglichenes und leistungsstarkes Teammitglied dazu gewonnen haben.

Euer Partner, weil er kein schlechtes Gewissen haben muss, euch durch das neue Umfeld unglücklich gemacht zu haben.

Und ihr euch selbst, weil euer Körper sich gut anfühlt, euer Geist erfüllt ist von den neuen Bekannten und ihr euch abends beim Zähneputzen im Spiegel glücklich angrinsen und auf die Schulter klopfen könnt.


Also, legt jetzt los. Sucht euch das für euch passende Sportangebot in eurer Stadt und fühlt euch Zuhause. 


Bis bald und gutes Einleben,

eure Ines von As Good As Pros




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